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Unsere geliebten pelzigen Freunde haben mit uns vieles gemeinsam. Jedoch wenn es um den Schlaf geht, sind ihre Schlafzeiten und Ruhezyklen etwas anders, was dazu führen kann, dass wir uns grundlos Sorgen machen. Diese bewundernswerten Tiere schlafen länger als Menschen, und wenn man ihren Schlaf mit dem eigenen vergleicht, fragt man sich natürlich: Warum schläft mein Hund so viel?
Ein erwachsener Hund kann bis zu 50 % seiner Zeit mit Schlafen verbringen, wobei dieser Schlaf meist nicht tief, sondern oberflächlich ist. Vielleicht denken Sie, Ihr Haustier sei etwas faul, aber bedenken Sie, dass er die meiste Zeit in einem halbwachen Zustand verbringt – eine Eigenschaft, die er von seinen Wolfsvorfahren geerbt hat und die es ihm ermöglicht, alles, was um ihn herum geschieht, aufmerksam zu verfolgen. Daher werden Sie Ihren Hund mehr als einmal mit einem aufgestellten Ohr schlafen sehen.
Wenn wir von Welpen oder älteren Hunden sprechen, ist die Ruhezeit noch viel größer, und es gibt weitere Faktoren, die die Schlafdauer beeinflussen. Obwohl unsere treuen Freunde viel schläfriger sind als wir, kann übermäßiger Schlaf auf ein körperliches oder geistiges Problem hinweisen. Sehen wir uns an, wann Sie Ihren pelzigen Freund zum Tierarzt bringen sollten und wann es sich um ein völlig normales Schlafmuster handelt.
1. Sind manche Hunde schläfriger als andere?
• Alter: Welpen und ältere Hunde schlafen mehr
• Rasse: Große Hunde und Haushunde sind schläfriger als andere
• Lebensstil: Je mehr Bewegung, desto mehr Ruhe
• Umweltfaktoren: schlechtes Wetter, guter Schlaf
2. Mein Hund schläft viel: Wann sollte ich mir Sorgen machen?
Immer sagen wir, dass jeder Hund anders ist, und wenn es um den Schlaf geht, gibt es viele Aspekte, die die Ruhezeit von Hunden beeinflussen. Je nach Alter, Rasse, Lebensstil, Temperament oder sogar Umfeld schläft Ihr Hund mehr oder weniger Stunden. Im Allgemeinen sind erwachsene Hunde nur 20% aktiv am Tag, während der restlichen Zeit schlafen oder ruhen sie sich aus. Doch welche Faktoren können dazu beitragen, dass Ihr Hund mehr schläft?

Im Allgemeinen schläft ein junger oder erwachsener Hund 10 bis 15 Stunden pro Tag. Innerhalb dieser Spanne kann es je nach Rasse, Aktivitätsgrad und anderen Faktoren, auf die später noch eingegangen wird, Abweichungen geben.
Jedoch, wenn der Hund ein Welpe ist, ist sein Körper noch in der Entwicklung, was bedeutet, dass er mehr Energie verbraucht. Für die Welpen ist alles neu und aufregend, und sie verbringen den ganzen Tag mit Spielen und Erkundungen, was dazu führt, dass sie viel schlafen müssen, um Energie zu tanken. Das Ausruhen ist sehr wichtig für Welpen, denn während des Schlafs wird das Gewebe repariert, neuronale Verbindungen hergestellt und das Wachstum findet statt. Aus all diesen Gründen kann ein kleiner Hund 18 bis 20 Stunden pro Tag schlafen. Das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge, solange Ihr Welpe aktiv ist und sich normal verhält, auch wenn es nur ein paar Stunden pro Tag sind.
Auf die gleiche Weise schlafen ältere Hunde auch länger als erwachsene Hunde, bis zu 18 Stunden. Mit dem natürlichen Alterungsprozess nimmt die Energie ab und die Müdigkeit zu. Es ist also völlig normal, dass Ihr Hund weniger aktiv ist und mehr Zeit mit Ausruhen verbringt, wenn er älter ist.

Die Rasse Ihres Hundes ist ein entscheidender Faktor für die Menge an Schlaf, die er braucht, um seine Energie wieder aufzubauen. Wussten Sie, dass die großen Rassen am meisten schlafen? Große und riesige Hunde, wie Bernhardiner und Deutsche Doggen, haben einen langsameren Stoffwechsel, was dazu führt, dass sie sich langsamer bewegen, weniger aktiv sind und mehr Zeit mit Ausruhen verbringen. Das heißt, diese Hunde können bis zu 18 Stunden im Erwachsenenalter schlafen.
Auf der anderen Seite sind Haushunde verständlicherweise schläfriger als Jagdhunde oder Diensthunde, wie Therapie- oder Rettungshunde. Wenn ein Hund eine bestimmte Aufgabe hat, ist er viel mehr beschäftigt, und es bleibt weniger Zeit für ein Nickerchen. Im Gegensatz dazu hat ein Hund, der an die Ruhe zu Hause gewöhnt ist, viel mehr Gelegenheiten zum Schlummern.

Stimmt es nicht, dass man nach einem hektischen Tag voller Hausarbeit, Sport und Arbeit am Ende erschöpft ist und am liebsten 10 Stunden am Stück schlafen würde? Das gleiche passiert Ihrem Hund. Um so mehr tägliche Bewegung, umso mehr Schlaf brauchen sie, um Energie aufzutanken. In diesem Sinne, hat der Lebensstil, den Sie Ihrem Haustier bieten, einen direkten Einfluss auf seine Ruhezeit.
Wenn Sie Zeit mit Ihrem Hund verbringen, ihn mit zum Laufen nehmen, spielen und spazieren gehen, kurzum ein aktives Leben mit ausreichend Bewegung führen, ist es normal, dass er mehr Stunden schläft, auch wenn diese mit Ihrer nächtlichen Ruhezeit zusammenfallen, da er tagsüber aktiv ist, um mit Ihnen Schritt zu halten. Dagegen ein Hund, der keine Bewegung hat oder oft alleine ist, braucht weniger Schlafstunden, aber beachten Sie: Langeweile und mangelnde Motivation können ihn paradoxerweise auch zu mehr Nickerchen verleiten.
In jedem Fall ist körperliche Aktivität sehr förderlich für Ihr Haustier, und es ist gut, wenn Sie so viel Zeit wie möglich mit ihm verbringen, um zu spielen und Spaß zu haben. Achten Sie natürlich auf Anzeichen von Müdigkeit, damit Sie Ihr Tier nicht überfordern, und passen Sie die Aktivität an sein Alter, seinen Gesundheitszustand und sein Temperament an. Vermeiden Sie es außerdem, mit Ihrem Hund in der Hitze des Tages zu trainieren, und fördern Sie seine Erholung durch ein gutes Bett und ungestörten, erholsamen Schlaf.

Hunde sind Haustiere, aber man darf ihre wilde Natur nicht vergessen, die sie sehr empfindlich gegenüber Veränderungen in der Umwelt macht. Deshalb ist es ganz normal, dass sie bei sehr kaltem Wetter eher zum Schlafen neigen, da Lichtmangel und die niedrigen Temperaturen ihre Energie verringern. Wenn es zu heiß ist, verlangt ihr Körper nach Ruhe, um sich abzukühlen. Wenn Sie merken, dass Ihr Haustier bei heißem oder kaltem Wetter mehr schläft, machen Sie sich keine Sorgen, das ist anpassungsfähig und völlig natürlich.

Nachdem wir die natürlichen Gründe für einen zu langen Schlaf des Hundes erklärt haben, gibt es eine Grenze für die Anzahl der Schlafstunden, bei deren Überschreitung ein gesundheitliches Problem vorliegen könnte. Wenn Ihr Hund im erwachsenen Alter mehr als 16 Stunden schläft und ständig schläfrig ist, keine Energie hat oder sogar Schwierigkeiten beim Fressen hat, müssen Sie ihn zum Tierarzt bringen – irgendetwas stimmt mit ihm nicht. Wenn ein Hund krank ist und sich schlecht fühlt, ist es eine natürliche Reaktion des Körpers, dass er schläft, um Energie zu sparen. Dies sind einige Krankheiten, die einen übermäßigen Schlaf verursachen:
Emotionale Probleme: Übermäßige Einsamkeit, schlechter Lebensstil, mangelnde Stimulation und Langeweile können dazu führen, dass Ihr Hund eine Depression entwickelt. Plötzliche Veränderungen, wie der Tod eines Familienmitglieds, eine Scheidung oder ein Umzug, können die Stimmung Ihres Haustiers beeinflussen. Dies sollte mit einem Tierarzt oder Ethologen besprochen werden.
Diabetes: Wie bei Menschen kann Diabetes bei Hunden Schläfrigkeit verursachen, wird aber oft von anderen Symptomen begleitet, wie übermäßigem Trinken, gesteigertem Appetit und Gewichtsverlust. Wenn Sie diese Anzeichen bei Ihrem Hund entdecken, bringen Sie ihn zum Tierarzt.
Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): Diese Schilddrüsenerkrankung führt zu vermehrtem Hunger, Gewichtszunahme und Verdauungsproblemen sowie zu einem gesteigerten Schlafbedürfnis.
Parvovirus: Bei dieser Krankheit sind die Darmzellen betroffen, so dass Ihr Hund nicht nur zu viel schläft, sondern auch Verdauungssymptome zeigt. Parvovirus betrifft vor allem Welpen, die naturgemäß mehr Zeit mit Schlafen verbringen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie auf diese Anzeichen achten.
Tollwut: Im Frühstadium kann die Tollwut zu Isolation und vermehrten Schlafzeiten führen.
Borreliose: Die Borreliose wird von einer Zecke übertragen und verursacht hohes Fieber und Gelenkschwellungen. Suchen Sie Ihren Tierarzt auf, wenn Sie diese Symptome bei Ihrem pelzigen Freund feststellen.
Hypersomnie: Es handelt sich um eine Störung, bei der das Tier in ungewöhnlichen Situationen einschläft.
Schlussendlich ist es normal, dass Sie den Eindruck haben, dass Ihr Hund zu viel schläft, da diese Tiere mehr Ruhe brauchen als Menschen. Ideal wäre es, wenn Sie Ihrem pelzigen Freund einen abwechslungsreichen und ausgewogenen Lebensstil bieten, mit viel Bewegung, guter Erholung und geistiger Anregung, nicht zu vergessen Futter und Zuneigung. Beachten Sie, dass ein erwachsener Hund bis zur Hälfte seines Tages mit Schlafen verbringen kann, vielleicht sogar etwas mehr, wenn er sein Bett liebt! Respektieren Sie seine Ruhe und suchen Sie einen Tierarzt auf, wenn andere Symptome auftreten oder Ihr Hund zu viel schläft und sehr schlapp ist. Schöne Träume!