Geschätzte Lesezeit: 7 Minuten
Es ist ganz klar, dass der beste und treueste Begleiter des Menschen der Hund ist, daran ist nicht zu zweifeln. Das Bündnis zwischen Hund und Mensch besteht seit Tausenden von Jahren und hat den Lauf der Geschichte völlig verändert. Ohne ihre unschätzbare Hilfe als Jäger, Wächter oder Hirten wäre zweifellos alles anders gekommen. Die Beziehung zwischen diesen Tieren und den Menschen besteht seit der Antike, als die Wölfe domestiziert und zu Hunden wurden.

Heutzutage gibt es ganz viele Theorien darüber, wie es dazu gekommen ist und zu welchem genauen Zeitpunkt in der Geschichte und Geografie diese Entwicklung stattgefunden hat. Für die Wissenschaft steht fest, dass alle heutigen Hunde, unabhängig von Rasse und Größe, vom grauen Wolf (Canis lupus lupus) abstammen, obwohl in der Vergangenheit auch über andere Tiere wie den Kojoten und den Schakal spekuliert wurde. Laut der wissenschaftlichen Erkenntnissen wurden Wölfe von 14.000 bis 29.000 Jahren irgendwo in Eurasien domestiziert. Unglaublich, nicht wahr?
1. Zwei grosse Gruppen von Hunden
2. Warum rückten Wölfe näher an den Menschen heran?
3. Veränderungen in der Entwicklung vom Wolf zum Hund
4. Von Ägypten bis zur Renaissance: der Hund in der Geschichte
5. Der Hund heute und die Rassenvielfalt
Laut einer internationalen Fachzeitschrift Nature veröffentlichten Studie, in der 66 Wolfsgenome aus verschiedenen Teilen der Welt und verschiedenen Epochen analysiert wurden, gibt es zwei große Wolfsgruppen, von denen alle heutigen Hunde abstammen: die aus dem östlichen Eurasien und die aus dem westlichen Eurasien. Diese Gruppen kamen schließlich zusammen, wobei die ersteren sich mit den letzteren vermischten, und aus ihnen entwickelten sich die Hunde, wie wir sie heute kennen. Aber was führte dazu, dass wilde Wölfe domestiziert wurden?

Verschiedene wissenschaftliche Studien erklären übereinstimmend, dass sich die Beziehung zwischen Menschen und Wölfen, die traditionell von Konkurrenz und Rivalität um Ressourcen geprägt war, irgendwann während des oben genannten Zeitraums veränderte. Laut dieser Version wurden einige Rudel weniger scheu und diese Verhaltensänderung erleichterte ihre Domestizierung durch den Menschen, der bald erkannte, wie nützlich diese Gefährten für ihn sein konnten.
Jedoch gibt es bestimmte Diskussionen, wie genau diese Änderung vonstattengeht. Einige Studien gehen davon aus, dass es in einer sehr kalten Jahreszeit stattfand, als die Nahrungsknappheit einige der geselligen Wölfe dazu veranlasste, sich auf der Suche nach Essensresten menschlichen Lagerfeuers zu nähern. Eine andere Theorie jedoch ist von einem Überangebot an Fleisch als Grund für dieses Bündnis aus. Es sah so aus, als würden die damaligen Menschen das magere Fleisch nicht verwerten und begannen, es an die Wölfe zu verfüttern, die sich ihnen näherten. Dies provozierte die Tiere zutraulicher zu werden, und die Menschen begannen, sie als Helfer für verschiedene Aufgaben einzusetzen.

Man weiss, dass der Hund das erste Tier war, das der Mensch domestiziert hat, noch vor anderen Nutztieren wie Kühen, Schafen und Hühnern. Dieser Prozess bewirkte eine Evolution, die sich weiterentwickelten und verschiedene Aspekte ihres Temperaments und Körpers veränderte. Im Laufe der Jahre wurden ihr Schädel, ihre Zähne und Pfoten kleiner, und sie wurden allmählich fügsamer und geselliger. Ihre enge Zusammenarbeit mit den Menschen bei Arbeiten wie Hüten, Jagen und sogar Krieg vertiefte die Bindung zwischen Hund und Mensch, und die Tiere wurden immer geschickter im Beobachten, Entschlüsseln und Interpretieren menschlicher Äußerungen. Heute sind Hunde intelligente, soziale Tiere mit einer tiefen Gefühlswelt. Doch ihr Temperament und ihre Rolle in der Gesellschaft haben sich im Laufe der Geschichte stark verändert.
Der Hund ist das erste Tier, das der Mensch domestiziert hat, noch vor anderen Nutztieren wie Kühe, Schafen und Hühnern. Und die Ägypter waren die ersten, die sich aktiv als Helfer in der Gesellschaft einsetzten. In dieser historischen Epoche wurden Hunde zur Jagd, zum Hüten oder zur Bewachung von Häusern eingesetzt, aber sie waren auch großartige Hausgenossen und wurden in vielen Fällen sogar in Gräbern neben ihren Besitzern begraben, was von einer tiefen Verbundenheit schon damals zeugt.
Im antiken Griechenland wurde diesen Tieren ein göttlicher Ursprung gegeben und sie galten somit als anderen Tierarten überlegen, was dazu führte, dass Hunde in römischer Zeit nicht nur Soldaten, Jäger und Wächter waren, sondern auch Haustiere, wie wir sie heute verstehen. Viele Könige und Adelige der damaligen Zeit hielten sich Hunde als Jagdgefährten und auch als Familienmitglieder zu Hause. Diese völlig neue Auffassung von Hunden wurde in der Renaissance gefestigt, als die ersten tierärztlichen Abhandlungen geschrieben wurden, um die Gesundheit dieser Tiere besser zu verstehen und zu erhalten.

Aktuell existieren viele verschiedene Hunde, je nach ihrer Rasse. Dies ist darauf zurückzuführen, dass im viktorianischen England die Eugenik, die Wissenschaft, die sich mit der Genetik zur Verbesserung der Art befasst, entwickelt wurde, was zu morphologischen und charakteristischen Unterschieden zwischen Hunden führte. In diesem Sinne ist einer wissenschaftlichen Studie zufolge die aus Afrika stammende Rasse Basenji die älteste von allen.
Auf der anderen Seite, obwohl Wölfe und Hunde gemeinsame Vorfahren haben, sie sind völlig unterschiedliche Tiere. Die Domestizierung dieser Wildtiere führte zu einer Evolution, die zahlreiche anatomische Veränderungen mit sich brachte, wie kürzere Schnauzen, hängende Ohren bei einigen Rassen und längeres Fell in einigen Fällen. Hinzu kommt auch noch, dass es Unterschiede in der Verdauung gibt (Hunde können Stärke verdauen, außer bei Unverträglichkeiten, was auf den Kohlenhydratanteil in vielen Hundenahrungen zurückzuführen ist). Die Art, wie sie miteinander umgehen und sich organisieren, die Laute, die sie von sich geben, die Sozialisierung oder die Stärke des Raubtierinstinkts sind weitere Aspekte, die diese Arten voneinander unterscheiden. Jedoch, bleiben bei Hunden bestimmte instinktive Verhaltensweisen als unauslöschliche Spur ihrer wilden Vergangenheit erhalten, wie z.B. das Graben (Wölfe haben dies gemacht, um ihre Beute zu vergraben), das Heulen (um das Rudel zu rufen) oder das Anheben der Pfote zum Pinkeln bei Rüden, was sie tun, um ihr Revier zu markieren.
Obwohl wir von zwei sehr verschiedenen Tiere reden, ist es interessant, mehr über die Ursprünge unserer geliebten pelzigen Freunde zu erfahren, die uns Tag für Tag so glücklich machen.